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Housekeeping von Oracle Datenbanken - was sind denn PARLOG Dateien?

Teil der täglichen Arbeit von DBAs ist Housekeeping von Logs und was sonst noch auf den Disks unterwegs ist, das da ggfs. nicht hingehört oder nicht mehr gebraucht wird. 
Im Zuge der immer höheren Sicherheitsanforderungen an Systeme und immer ausgefeilterem Monitoring fällt es natürlich auf, wenn plötzlich Dateien irgendwo liegen, die unbekannt sind und/oder ggfs. auch länger als gedacht dort verweilen.
Von einem Kunden wurde deshalb die Frage an uns herangetragen, was denn das für PARLOG-Dateien wären, die da in einem der Archivelog Verzeichnisse seit über einer Woche liegen würden. Sämtliche Sicherungen seien eigentlich sauber gelaufen und man könne sich auch nicht daran erinnern, dass der Recovery Manager mal irgendwann einen Fehler geworfen hätte.

Deshalb tragen wir mal etwas zur Aufklärung bei.

Was sind parlog-Files und wann entstehen sie? 

Parlog-Files sind "partial (archive) log" Dateien. Sie entstehen bei Hot-Clone-Vorgängen von pluggable Datenbanken (PDBs). Sie beinhalten, wie "richtige" Archivelog Dateien auch, Redo Data.
Wie der Name schon sagt, beinhalten sie aber nicht den kompletten Redo Stream, der in den archivierten Redo Logs abgelegt wird. Die PARLOG-Files beinhalten nur einen Teil davon, nämlich denjenigen, der für das Recovern des Hot Clones auf der neuen CDB dann auch wirklich benötigt wird. Also jenen Teil, damit die neu erstellte PDB (so ein Hot Clone Vorgang kann je nach Größe einer Datenbank Stunden dauern) wieder in einen konsistenten Zustand gebracht werden kann.
Dadurch sind sie kleiner (über den Zeitraum gesehen) als normale archivierte Redo Log Dateien, die in einer Multitenant-Umgebung naturgemäß für alle PDBs und die CDB Redo Data beinhalten.

Im Normalfall sieht man diese Dateien überhaupt nicht. Nach Abschluss eines Clone-Vorganges (egal ob erfolgreich oder nicht) werden diese wieder auf dem Root Container gelöscht. Im vorliegenden Fall ist der Hot Clone abgebrochen und die Datenbank hat aus unbekannten Gründen das Löschen der parlog-Dateien "vergessen".

Was kann man nun tun, damit diese Dateien nicht für die Ewigkeit in den Archive Log Destinations liegen bleiben?
Da es sich um (wenn auch kleinere) archivierte Redo Log Dateien handelt, könnte man meinen, diese wären im Recovery Manager managebar. Ein "List" zeigt allerdings nichts an.
Ein Versuch, diese Redo Logs zu katalogisieren und danach zu löschen scheitert, da der Root Container die Dateien nicht als eigene archivierte Redo Logs akzeptiert (was nachvollziehbar ist, schließlich sind nicht alle Redo Daten enthalten).
 

Wie man im Alert.log nachvollziehen kann, ist der Header der Dateien nicht gleich wie bei normalen Archivelogs.

Die einzige und valide Möglichkeit, liegen gebliebene Parlog-Files zu entfernen ist also das Löschen mit Betriebssystembefehlen nach dem Ende des Vorgangs.

Die Namen der Parlog-Files sind übrigens von der Datenbank selbst generiert und können nicht angepasst werden, auch wenn die (richtigen) archivierten Redo Logs einer anderen Namensgebung folgen.
 

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