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ODABR Neuerung - Backup und Restore Utility beim Patchen von Oracle Database Appliances

ODABR ist (genauso wie purgelog) hoffentlich jedem bekannt, der mit Oracle Database Appliances (ODA) arbeitet bzw. diese regelmäßig patcht. Das ODABR-Tool wurde über diese Oracle Support Note heruntergeladen und als rpm installiert.
Neue Versionen mussten eigenständig auf die ODA gebracht und das rpm entsprechend auf der ODA upgedated werden.
Das ODABR-Tool erlaubte dann das manuelle Erstellen von Backups der Systembereiche (/, /boot, /opt/ /u01) und die Möglichkeit eines Restores, also die Verwendung des Backups zum Zurücksetzen der Systembereiche.
Vermutlich werden fast alle das Tool vor dem Patchen so verwendet haben, dass mit ODABR ein Backup als Snapshot (odabr backup --snap) erstellt und dann nach dem Patchen mit ODABR dieser Snapshot manuell wieder gelöscht wurde.
Trat während des Patchens auf der ODA ein Fehler auf, konnte mit einem odabr restore --snap das Backup restored und die ODA rebooted werden. Damit war der Systembereich dann wieder hergestellt (in ganz seltenen Fällen, in denen kein Boot mehr möglich ist, muss man auf die Rescue Disk zurückgreifen). Danach war die ODA wieder verfügbar.


Seit Release 19.30 ist das Backup und Restore Utility ODABR jetzt integrierter Bestandteil der ODA-Auslieferung und wird automatisch mit installiert. Wie aus dem Log ersichtlich ist, wird geprüft, ob und in welcher Version odabr bereits auf der ODA installiert ist.

Da ODABR nun immer auf dem Server verfügbar ist, hat Oracle auch die Syntax und Checks entsprechend für odacli angepasst.
Erstellt man nun seit Version 19.30 den Prepatch-Report oder führt das Upgrade für die Serverkomponenten durch, kann der neue Schalter: "-rf" bzw. "--rollback-onfailure" verwendet werden. Dieser Schalter sorgt also nun dafür, dass bei einem Patch das ODABR-Utility automatisch geprüft bzw. beim Patchen verwendet wird.

Es gibt bei der Verwendung also zwei verschiedene Wege, die eingeschlagen werden können.
Wie bisher (vor 19.30):
1. odabr Snapshot erstellen
2. Serverkomponenten Precheck und Upgrade durchführen
3. odabr Snapshot löschen

Oder die neue Vorgehensweise (seit 19.30, hier am Beispiel von Version 19.32.0.2.0):
1. odacli create-prepatchreport -sc -v 19.32.0.2.0 -rf
2. odacli update-servercomponents -v 19.32.0.2.0 -rf

Im Output der Jobs fällt nun ein neuer Bereich auf - bei den Precheck-Reports ist das “Rollback”, beim Upgrade wiederum Einträge mit “ODABR”.
Beim Erstellen des Prepatch-Reports kann es nun passieren, dass bei der Prüfung des Rollback-Verhaltens der Prepatch-Check einen Fehler ausgibt und abbricht.

Im nachfolgenden Bild ist zu erkennen, dass hier (vermutlich aus Gewohnheit/Sicherheitsdenken) der ODABR-Snapshot bereits erstellt wurde. Somit schlägt die Prüfung fehl. Bei der Erstellung des Precheck-Reports mit dem Schalter "-rf" darf kein Snapshot vorhanden sein.

Wird der Snapshot gelöscht und der Prepatch-Report danach erstellt, wird der Job erfolgreich beendet. 

Wurde beim Prepatch-Check der Schalter "-rf" verwendet, muss dieser auch beim Update der Serverkomponenten verwendet werden.
Hier wird dann direkt zu Beginn des Updates vom Job ein eigener Snapshot erstellt. 

Wie aus dem Job-Log ersichtlich ist, wird die Existenz des Snapshots im Update-Verlauf geprüft.

Wurde das Upgrade erfolgreich beendet, wird der Snapshot gelöscht und der Server kurz danach gebootet.

Damit wäre - rein theoretisch - ein Szenario möglich, dass erst NACH dem Reboot ein Fehler auffällt. Da der Snapshot aber bereits gelöscht ist, wäre an dieser Stelle kein Restore mehr möglich. Im Falle der klassischen, manuellen Vorgehensweise kann man selbst bestimmen, wann der Snapshot gelöscht wird. Üblicherweise ist das aber somit auch immer erst nach dem Reboot, denn während des Updates wird niemand auf die Idee kommen, einen Snapshot manuell zu löschen.

Da stellt sich die Frage nach dem Nutzen des neuen Schalters: Wer vertraut dem Update-Mechanismus und verwendet den Schalter "-rf" und wer zählt sich eher zum Team Safety First und bleibt bei der klassichen Verwendung von ODABR? Von der automatischen Installation des Tools profitieren jedenfalls beide Varianten.
Wichtig ist nur, sich auf eine der beiden Verfahren festzulegen und dieses dann auch beizubehalten. Sonst steht man im Falle eines fehlerhaften Patchens plötzlich ohne ODABR-Snapshot da. Im (selten) auftretenden Fall eines Patchfehlers erhöht das den Aufwand für die Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft enorm.
 

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