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Microsoft Azure Preiserhöhungen ab Februar 2027

Microsoft hat angekündigt, zum 1. Februar 2027 die Preise für ausgewählte Azure Virtual Machines und Azure Storage Services in mehreren Azure-Regionen anzuheben. Besonders relevant ist dies für Unternehmen, die ihre Workloads in den häufig genutzten europäischen Regionen Amsterdam (West Europe) und Dublin (North Europe) betreiben.

Welche Regionen sind betroffen?

Die angekündigten Preissteigerungen betreffen unter anderem folgende Regionen:

EU North (Dublin): +17 %
France Central / South: +11 %
EU West (Amsterdam): +9 %
Norway East / West: +9 %
Southeast Asia (Singapore): +8 %

Gerade Amsterdam und Dublin zählen zu den beliebtesten Azure-Standorten für europäische Unternehmen und sollten daher besonders geprüft werden.

Welche Azure Virtual Machines sind betroffen?

Microsoft veröffentlicht keine vollständige Liste der betroffenen VM-Serien, sondern lediglich Ausnahmen. Daraus lässt sich ableiten, dass insbesondere viele aktuell eingesetzte VM-Generationen von der Preisanpassung betroffen sein können, darunter:

B-Serie (Burstable VMs) für kleinere und kostengünstige Workloads mit schwankender CPU-Auslastung, z. B. B2s, B2ms, B4ms.
D-Serie (General Purpose VMs) für allgemeine Anwendungs- und Server-Workloads, z. B. D4s_v3, D4s_v5, D8s_v5.
E-Serie (Memory Optimized VMs) für speicherintensive Anwendungen wie Datenbanken oder Analytics-Plattformen, z. B. E4s_v5, E8s_v5, E16ds_v5.
F-Serie (Compute Optimized VMs) für rechenintensive Anwendungen, z. B. F4s_v2 oder Fsv3.
L-Serie (Storage Optimized VMs) für Anwendungen mit hohem Speicher- und I/O-Bedarf, z. B. L8s_v3 oder L16s_v3.
GPU- und HPC-Serien für KI-, Machine-Learning- und High-Performance-Computing-Workloads, z. B. NC, ND, NV, HB und HC.

Von der Preiserhöhung ausgenommen sind lediglich ausgewählte ältere VM-Generationen sowie einige aktuelle v7-Serien.

Welche Storage-Dienste können betroffen sein?

Auch bei den Storage-Diensten nennt Microsoft überwiegend Ausnahmen statt einer vollständigen Positivliste. Betroffen sein können insbesondere:

Blob Storage zur Ablage unstrukturierter Daten und Dateien, beispielsweise in den Speicherklassen Hot, Cool, Cold oder Archive.
Azure Files für SMB- und NFS-Dateifreigaben.
Azure Data Lake Storage Gen2 (ADLS Gen2) für Analytics-, Big-Data- und KI-Anwendungen.
Managed Disks für virtuelle Maschinen, beispielsweise Standard SSD, Premium SSD, Premium SSD v2 oder Ultra Disk.
Snapshots und weitere Speicheroptionen, die auf den genannten Storage-Diensten aufsetzen.
Azure NetApp Files, soweit nicht die explizit ausgenommene Funktion Cross Region Replication betroffen ist.

Nicht betroffen sind unter anderem Azure Container Storage, Azure Managed Lustre, Tables, Queues, Storage Actions sowie weitere spezialisierte Storage-Funktionen.

Wichtig dabei: Ein Storage Account dient lediglich als technische Hülle für unterschiedliche Speicherdienste. Ob Mehrkosten entstehen, hängt davon ab, welche konkreten Services innerhalb des jeweiligen Storage Accounts genutzt werden.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

1. Bestehende Reserved Instances prüfen

Bereits erworbene Reserved Instances (RI) sind von der Preiserhöhung nicht betroffen. Die Preise bleiben über die gesamte Laufzeit von ein oder drei Jahren fixiert. Unternehmen mit hohem VM-Anteil können dadurch kurzfristig Planungssicherheit gewinnen.

2. Betroffene Ressourcen identifizieren

Analysieren Sie Ihre Azure-Landschaft und prüfen Sie insbesondere die eingesetzten VM-Serien, genutzte Storage-Dienste sowie die verwendeten Azure-Regionen.

3. Kostenentwicklung berechnen

Führen Sie eine Hochrechnung der erwarteten Mehrkosten durch und bewerten Sie die Auswirkungen auf Betriebs- und Projektbudgets.

4. Migrationspotenziale evaluieren

Die Region Germany West Central (Frankfurt) wird in der Ankündigung nicht genannt. Für bestimmte Workloads kann daher eine Migration in diese Region wirtschaftlich sinnvoll sein.

5. Neue Projekte frühzeitig planen

Die erwarteten Preisänderungen sollten bereits in laufende Architekturentscheidungen, Business Cases und Budgetplanungen einfließen.

6. FinOps gewinnt weiter an Bedeutung

Die Ankündigung zeigt erneut, dass ein erfolgreicher Cloud-Betrieb heute nicht mehr allein von DevOps abhängt. Eine konsequente FinOps-Strategie zur Überwachung, Optimierung und Steuerung von Cloud-Kosten wird zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

Fazit

Die Azure-Preisanpassungen ab Februar 2027 betreffen insbesondere viele produktive VM- und Storage-Workloads in beliebten Regionen wie Amsterdam und Dublin. Unternehmen sollten ihre Azure-Umgebung frühzeitig analysieren, finanzielle Auswirkungen bewerten und gegebenenfalls Optimierungs- oder Migrationsstrategien entwickeln. Wer bereits heute FinOps-Praktiken etabliert, kann die Auswirkungen der Preiserhöhungen deutlich besser steuern und zukünftige Kostenrisiken reduzieren.

Weitere Informationen zu unserem Leistungsportfolio rund um Microsoft Azure: https://www.robotron.de/leistungen/services/cloud-hosting/microsoft-azure

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