Die Oracle Datenbank und das SuSE-Dilemma

Die freigegebenen Betriebssysteme und deren Versionen für Oracle Produkte wie Datenbank und Grid Infrastructure können in der aktuellen Gültigkeit im My Oracle Support Portal ermittelt werden. Dort finden sich auch eventuelle Einschränkungen, besondere Anforderungen und weitere Hinweise zur jeweiligen Plattform. 

Die Situation bei SuSE

SuSE veröffentlicht regelmäßig Service Packs für die im Support befindlichen Betriebssystemversionen. Diese Service Packs enthalten mehr oder weniger große Änderungen in Form von geänderten Paketen und neuen Versionen für Kernel und Bibliotheken. Im Schnitt erscheinen die Servicepacks alle 10-15 Monate. Dabei bleibt das vorhergehende Servicepack noch 6 Monate nach Erscheinen des neuen Servicepacks im Support von SuSE. Lediglich das letzte Servicepack eines Releases erhält einen sogenannten Long Term Support (LTS). Im Grunde ähnelt die Strategie der von Oracle bei deren Produkten.

Die Situation bei Oracle

Oracle benötigt seinerseits für die Freigabe eines neu erschienen SLES Servicepacks etwa 12 Monate. So wurde das im Dezember 2018 veröffentliche Service Pack 4 für SLES 12 erst mit dem Release Update vom Januar 2020 für die Oracle Datenbank und Grid Infrastructure freigegeben. Damit erhält man nun einen komplett zertifizierten Stack, der aber auch nur bis Ende Juni 2020 so bestehen wird. Für SLES 15 ist die Situation momentan schlechter. Derzeit ist nur das Service Pack 0, also das initiale Release, von Oracle freigegeben. Dieses ist aber seit Ende 2019 nicht mehr bei SuSE im Support, denn im Juni 2019 erschien das Service Pack 1 für SLES 15. 

Fazit

Beim Einsatz von SuSE Linux Enterprise besteht immer eine gewisse Unsicherheit was den Support Status des kompletten Systems angeht. Entweder hat man ein Betriebssystem in Einsatz, das für die benutzten Oracle Produkte zertifiziert ist, jedoch keine Updates mehr vom Hersteller erhält oder man verwendet die Oracle Produkte auf einer nicht freigegebenen Betriebssystemversion und geht damit ein gewisses Risiko ein. Außerdem fehlen dann auch noch grundlegende Funktionalitäten wie beispielsweise der ASM Filter Driver (AFD) oder das ACFS der Grid Infrastructure. Bei diesen Komponenten ist man zwingend auf die Freigabe von Oracle angewiesen.


Über den Autor

Marco Mischke

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