Smart Metering - Voraussetzungen, Herausforderungen
Kosten
Sowohl die Anschaffung als auch die Unterhaltung der elektronischen Zähler sind mit höheren Kosten verbunden, als der Einsatz konventioneller Zähler. Diese Kosten können aber nur teilweise durch Netzentgelte gedeckt werden.
Demgegenüber steht der Kundenverlust für die Netzbetreiber, mit dem durch die Einführung der Messstellenbetreiber/Messdienstleister zu rechnen ist. Mit zusätzlichen Deckungsbeiträgen kann größtenteils nur der Vertrieb durch die Einführung neuer Vertriebsprodukten rechnen.
Datenschutz
Um dem Endkunden seinen tatsächlichen Energieverbrauch sowie die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln zu können, müssen seine Energiedaten in kürzesten Zeiträumen gemessen werden. Somit können eindeutige, detaillierte Bewegungs- und Verbrauchsprofile erstellt werden. Dies ist nur mit dem Einverständnis des Kunden möglich (BDSG §4a). Der Eingriff in die Privatsphäre ist datenschutzrechtlich bedenklich und die Angst vor dem "gläsernen Kunden" besteht, da die Erfassung der Verbrauchsdaten weitreichende Rückschlüsse über die Lebensgewohnheiten der Kunden gestattet.
Technische Herausforderung
- Verwaltung von Massendaten:
Beispiel:
80.000 Tarifkunden mit 15-Minuten-Periode + 20.000 Tarifkunden mit minutenscharfer Auslesung
→ 60 × 24 × 20.000 + 96 × 80.000 ≈ 36,5 Mio. Werte/Tag - Zähler- und Konzentratorenverwaltung
- bidirektionale Kommunikation (IP-basiert, SML- [Smart Message Language] oder M-Bus-Protokoll) - Datenauslesung, Fernabschaltung, Leistungsbegrenzung
- Ablesung und Trennung von abrechnungsrelevanten und nicht abrechnungsrelevanten Messdaten (z. B. bei nicht geeichten Lastgängen)
- Rohdatensicherung sowie Archivierung und Historisierung abrechnungsrelevanter Messdaten
